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SS 2021

Studierende

Katharina Hamp
Kyungju Kim
Jonathan Maus
Laura Sperl
Daria Rahel Pauli
Ronja Opladen


Projektbetreuung

Prof. Eric Lanz
Max Grau


Richtung

Installation


Projektart

Ausstellung


Vorlesungen zum Projekt

Fear of Poetry
von _ bis _

Ausstellungsansicht

Im September 2020 traf sich eine Gruppe Studierender der HBKsaar für einen einwöchigen Workshop unter dem Titel Fear of Poetry. Es ging um Strategien der Textproduktion, wie sie sich in der Gegenwartskunst beobachten lassen: fragmentiert, poetisch, persönlich, narrativ, literarisch, verwickelt, dringlich, klangvoll, performativ. Wir saßen zusammen in einem Raum, bei geöffnetem Fenster, ohne Masken und verbrachten Zeit miteinander. Es wurde geschrieben und vorgelesen, geteilt und besprochen, ertastet, geahnt und abgehangen. Die gemeinsame Woche war zu diesem Zeitpunkt eine Anomalie, die Kunsthochschule eigentlich seit Monaten verwaist. Der Austausch war ins Digitale verlegt, die Sorgen ins Private, die Ateliers ins WG-Zimmer. Aus der Workshop-Woche entstand der Wunsch, ein ganzes Semester zusammen zu arbeiten.

Die Pandemie nahm wieder Fahrt auf und bescherte uns den bekannten höllischen Winter: Isolation und Synchronizität, Stress Baking, Yoga mit Adrienne, Kiffen, My Octopus Teacher, der Angriff auf die US-Demokratie. Irgendwann war alles nur noch Meme und mühsam unterdrückte Verzweiflung. Wie so viele andere lasen wir Michel Foucaults Über sich selbst schreIben (1983). Ein Jahr vor seinem Tod beschäftigte sich Foucault in diesem Text mit den historischen Vorläufern des Tagebuchs und wie diese Selbsttechnik der Introspektion Isolation erträglich machen kann. (...) Auch wir begannen Tagebücher zu führen. Im Gegensatz zu Foucaults in völliger Isolation lebenden Mönchen, trafen wir uns regelmäßig auf Zoom, um uns gegenseitig aus unseren Tagebüchern vorzulesen. (...) So konstituierte sich allmählich, fast nebenbei, ein zarter sozialer Raum, der - für Zoom Meetings ganz untypisch - ein gewisse Verbindlichkeit zu versprechen schien und sogar Intimität und Verletzlichkeit zuließ. Die Ausstellung in der Bismarckstraße versammelt Material aus diesen gemeinsam verbrachten Semestern. (...) (aus dem Begleittext)

 

Abbildungen