Moor – Mehrfache Wegbereitung


Ein Kooperationsprojekt der Künstlerhäuser Worpswede e. V., der HBKsaar und des Landschaftsverbandes Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen
WS 2019/20, SS 2020

Studierende

Hannes Brischke
Karen Fritz
Hyeonsu Jung
Tim Jungmann
Kyungju Kim
Hwa Kyeong Kim
Jonathan Maus
Esther Momper
Sarah Niecke
Leonie Scheidt
Johanna Schlegel
Antonia Stakenkötter


Richtung

Kunstdidaktik
Fotografie
Medientheorie


Projektart

Ausstellung
Transferprojekt
Atelierprojekt
Kooperationsprojekt

Moor – Mehrfache Wegbereitung, 2019/20, Plakat: Hannes Brischke

Im November 2019 kamen zwölf Studierende verschiedener Studiengänge der HBKsaar nach Worpswede. Ausgehend von folgenden Fragen sollten künstlerische Arbeiten entwickelt werden:
Welche Rolle spielt der Arbeits- und Lebensort? Was bedeutet ein Künstlerdorf jetzt? Ist »ab aufs Land und eine Kolonie gründen« die Lösung?


Im April 2020 sollte eine weitere Arbeitsphase in den Künstlerhäusern Worpswede folgen und eine Ausstellung zur RAW Foto-Triennale Worpswede mit interdisziplinären Arbeiten der Studierenden entstehen. Diese Ausstellung unter dem Titel Moor – Mehrfache Wegbereitung sollte anschließend in der Galerie der Hochschule gezeigt werden. Doch durch die Pandemie musste das Projekt vorzeitig beendet werden. Zwölf Studierende tauchten in den Kontext Worpswede ein, um das kulturelle Erbe Künstlerdorf zu untersuchen. Wie wandeln sich Arbeitsweisen? Was spielt die Kunst für eine Rolle bei der Entwicklung von Identität und zukünftiger Selbstbeschreibung?

 

Zitate aus einem Interview mit den Studierenden von Esther Adam, Radio Angrezi, Hfk Bremen:


»Richtige Kontakte knüpft man letzten Endes außerhalb, nicht in den Klassen- oder Atelier-Strukturen der Hochschule. Eine tatsächliche Interdisziplinarität ist an der Hochschule nicht wirklich möglich.«

»Wir haben festgestellt, dass eine Diskussionskultur unter uns sehr wichtig ist. Das bedeutet auch, in der Lage zu sein, eine Idee auch mal zu verwerfen, ohne sich persönlich angegriffen zu fühlen.«

»Ich finde es wichtig, Leute um sich zu haben, die sich vorstellen können, anders zu leben: Eine Art des Zusammenlebens, die Normalität infrage stellt. Insofern könnte eine Künstlerkolonie in der Vorstellung beides bieten: eine Basis für eine gewisse Art zu arbeiten sowie eine Möglichkeit des Austausches, der gemeinsamen Beschäftigung mit Blick auf Welt. Durch solche Dynamiken jenseits abgekapselter Atelierarbeit kommt man eher zu anderen, interessanteren Sachen.«

»Wenn man als Freie*r Künstler*in in unserer Gesellschaft tätig ist, ist es einfach nur notwendig, sich kollektiv zu organisieren. Ich glaube nicht mehr, dass es sinnvoll ist, sich alleine durchzuschlagen. Klar muss man das eigene Ego auch mal zurücknehmen, aber für mich haben eher kollektive Modelle Zukunft.«